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Welche Formulare benötigt der Übersetzer?

Montag, 3. September 2012

In der heutigen Zeit, wo alles komplizierter geworden ist und man mehr dokumentieren muss, als einem lieb sein kann, ist eine elektronische Verwaltung der Bürokratie auch für den Übersetzer immer wichtiger geworden. Gerade für Berufsanfänger, erscheint das Angebot verwirrend. Wir haben uns deshalb mal auf die Reise durch den Formulardschungel gemacht.

Als selbstständiger Übersetzer muss man seine Tätigkeit beim Finanzamt anmelden. Hierfür gibt es den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Ist dieser abgegeben, erhält man vom Finanzamt eine Steuernummer, welche auf sämtlichen Rechnungen erscheinen muss.
Im Fragebogen muss der Übersetzer Angaben zur freiberuflichen Tätigkeit, zur Festsetzung der Vorauszahlung, die Anmeldung der Lohnsteuer und die Anmeldung der Umsatzsteuer abgeben. Hier kann er auch festlegen, ob er als Kleinunternehmer ohne Vorsteuerpflicht eingestuft werden möchte.

Ist es dem Übersetzer bei seinen Aufträgen möglich, eigenschöpferische kreative Leistung umzusetzen, zum Beispiel bei Literaturübersetzungen, so kann er sich bei der Künstlersozialkasse anmelden.
Dies hat den Vorteil, dass der Übersetzer als Künstler, wie ein Arbeitnehmer eingestuft wird und nur die Hälfte seiner Sozialabgaben zahlen muss. Anträge findet man auf der Homepage der KSK.

Ist der Übersetzer nicht KSK-fähig, so muss er selbständig eine Kranken- und Rentenversicherung abschließen.
Hierbei gilt es zu vergleichen, da die Unterschiede groß sein können. Die nötigen Beitrittsformulare liefern die Versicherer.

Arbeitet der Übersetzer im heimischen Arbeitszimmer so gibt es gute Vorlagen, welche die anfallenden Kosten übersichtlich auflisten und so den Anforderungen der Finanzbehörde nachkommen.

Um sich als Übersetzer bei einem Auftrag rechtlich sicher zu fühlen, bedarf es eines ausführlichen Übersetzervertrags. In diesem müssen der Vertragsgegenstand, die Rechte und Pflichten des Auftraggebers und des Auftragnehmers, Rechtseinräumungen, das Rückrufrecht des Übersetzers, sowie das Honorar und dessen Abrechnung festgelegt werden. Des Weiteren sollte ein rechtssicherer Übersetzervertrag die Vergütung bei Nichtverwertung der Übersetzung, die Manuskriptablieferung, eine Vereinbarung über Satz und Korrektur sowie Urhebernennung beinhalten. Schlussendlich gehören auch noch die Punkte Rezensionen, der Umgang mit Freiexemplaren, Verramschung und Makulierung, sowie eine Schlussbestimmung zu einem rechtssicheren Übersetzervertrag.

Ist der Übersetzervertrag unter Dach und Fach , so sollte der Übersetzer rechtsverbindliche Rechnungsformulare zur Hand haben. Verfehlen diese ihr Ziel und der Auftraggeber zahlt nicht, so ist es empfehlenswert auch Mahnungen in seine Formularsammlung aufzunehmen, am besten in verschiedenen Sprachen.

Hat man alle aufgezählten Formulare zur Hand, so kann man sich als Übersetzer endlich seiner Arbeit widmen.