Artikel-Schlagworte: „Honorar“

Übersetzer benötigen unternehmerische Kompetenzen

Mittwoch, 27. April 2011

Übersetzer sind heute nicht mehr nur einfach Übersetzer, sie müssen unternehmerisches Wissen haben, wenn sie auf dem Markt bestehen wollen.

Inzwischen gibt es sogar an den Hochschulen Angebote für die Vermittlung unternehmerischen Basiswissens für angehende Übersetzer.

Der Übersetzer muss sich zum Beispiel mit allen rechtlichen Grundlagen auskennen, die mit der Ausübung seines Berufs in Zusammenhang stehen. Er muss also Rechts- und Haftungsgrundlagen kennen, sollte sich Verträgen und Rechnungen auseinander setzen und die wichtigsten Versicherungen kennen.

Das Thema Steuern und Buchhaltung zählt ebenfalls zu den unternehmerischen Kompetenzen.

Der Übersetzer muss aber auch in der Lage sein, nicht nur den möglichen Markt für sich abzugrenzen, sondern auch den eigenen Marktwert einzuschätzen.
Hier spielt die betriebswirtschaftliche Kalkulation eine Rolle.
Auf Basis dieses Wissens wird zum Beispiel das eigene Honorar berechnet.

Ebenfalls sehr wichtig sind die Elemente der Angebotserstellung, der Kalkulation von Aufträgen sowie die Akquisition von Kunden. Der Markt muss erst einmal wissen, dass es da einen Übersetzer gibt, der eine bestimmte Sprachenkombination anbietet. Also muss der Übersetzer sich bekannt machen und eine ausgeklügelte Kundenakquise betreiben. Auch die Erstellung von Angeboten will gelernt sein, denn der Kunde kann rasch ein professionelles Angebot von einem unterscheiden, welches genau das eben nicht ist. Daraus kann sich demnach sogar ein Vorteil im Wettbewerb ergeben.
Zur Abwicklung von Aufträgen zählen etwa das Projektmanagement oder die Rechnungslegung.
Auch über die gängigen Verfahrensweisen im Mahnwesen muss der freiberuflich tätige Übersetzer Bescheid wissen, wenn er erfolgreich auf dem Markt werden und bleiben will.

Fazit: Der Übersetzer arbeitet als Unternehmer

Der Übersetzer arbeitet zwar freiberuflich und meist für sich allein, muss aber dennoch agieren wie ein Unternehmen.

Nur, dass ihm eben alles selbst obliegt.
Er muss die Werbung für sich betreiben, die Angebote erstellen, Projekte abwickeln, Rechnungen versenden und die Zahlungseingänge überwachen. Bleiben sie aus, ist es Zeit für das Mahnverfahren.

Über all diese Dinge muss der Übersetzer Bescheid wissen und auch über die rechtlichen Möglichkeiten, die er selbst hat, aber auch über die, die seinen Kunden offen stehen. Denn er als Dienstleister ist natürlich auch in der Pflicht, eine angemessene Dienstleistung zu erbringen.

Honorar für Literaturübesetzer

Donnerstag, 17. März 2011

Immer wieder gibt es Streit, wenn es um das angemessene Honorar für einen Literaturübersetzer geht, der an einem belletristischen Werk oder einem Sachbuch beteiligt ist.

Sicher, es wird ein festes Honorar vereinbart, welches als Garantiehonorar auch tatsächlich ausgezahlt werden muss.

Das ist unabhängig davon, wie viele Exemplare des Buches verkauft werden und wie hoch der Preis ist, den ein Kunde im Laden für das Werk zahlen muss.

Nun sind die Übersetzer aber schon seit vielen Jahren mit dieser Regelung nicht einverstanden gewesen und haben teilweise auch dagegen geklagt.

Der Bundesgerichtshof hat nun endgültig entschieden, dass auch ein Übersetzer an den Erlösen eines Buches beteiligt werden muss. Dies gilt aber nur in angemessener Höhe.

Das heißt, der Übersetzer bekommt 0,8 Prozent bei einer Verwertung als Hardcoverausgabe und 0,4 Prozent bei der zweiten Verwertung des Werkes als Taschenbuch. Diese Werte sind Richtwerte und können durchaus auch über- oder unterschritten werden. Dies ist aber nur dann möglich, wenn auch ihr Honorar nicht üblich war, also höher oder niedriger – und das deutlich – als normalerweise vereinbart wird. Als Basis für die Berechnung dieser Prozentsätze gilt der Verkaufspreis, der netto im Laden erzielt wird.

Außerdem gibt es noch eine Bedingung, die bedacht werden muss:
Das zusätzliche Honorar bekommt der Übersetzer nur, wenn die Auflage der Bücher mehr als 5000 Stück beträgt, beziehungsweise, wenn mehr als 5000 Stück verkauft wurden.

Darüber hinaus kann er ein Honorar beanspruchen, wenn der Verlag Dritten Rechte zur Verwertung einräumt und wenn auch der Autor an diesen Rechten beteiligt wird. Hier kann dem Übersetzer maximal ein Fünftel des Betrages, den der Autor bekommt, zugestanden werden.