Artikel-Schlagworte: „Freiberufler“

Widerstand gegen die Rentenversicherungspflicht

Samstag, 26. Mai 2012

Die Online-Petition, die von Tim Wessels – Computerspezialist mit eigenem Unternehmen – ins Leben gerufen wurde, zählt mittlerweile 50.000 Unterstützer.
Es geht dabei darum, dagegen die Pflicht zur Altersvorsorge für Freiberufler und Selbstständige zu protestieren, weil diese laut Wessels einen erheblichen Eingriff in die persönliche Lebensgestaltung bedeute.

Die Pläne der Regierung

Es wird davon ausgegangen, dass rund drei Millionen Selbstständige und Freiberufler in Deutschland nicht rentenversichert sind.

Sie sind weder gesetzlich pflichtversichert noch Mitglied in einem Versorgungswerk, wie es beispielsweise für Ingenieure und Journalisten möglich ist.

Das heißt zwar nicht, dass sie alle von der Altersarmut bedroht seien, aber ein großer Teil der Betreffenden sorgt eben nicht privat vor. Der Gesetzesentwurf, der noch vor der Sommerpause in das Kabinett eingebracht werden soll, soll eine Pflicht zur Altersvorsorge beinhalten – allerdings nicht zur gesetzlichen Rentenversicherungspflicht. Denn es soll den Freiberuflern und Selbstständigen nach wie vor freigestellt bleiben, ob sie gesetzlich oder privat vorsorgen – nur sollen sie verpflichtet werden, überhaupt etwas zu tun.

Weiteres Vorgehen

Tim Wessels wird nun vor den Petitionsausschuss der Regierung gerufen und muss dort Stellung beziehen. Außerdem fordert der Bundestag eine Stellungnahme von der Regierung zu diesem Thema.

Doch schlussendlich wird es nicht so schnell gehen, bis eine Entscheidung vorliegt, man rechnet erst gegen Ende des Jahres mit einer endgültigen Diskussion.
Bis dahin wird sich der Widerstand gegen die Verpflichtung mehren – immerhin sind es bislang schon rund 77.000 Menschen, die gegen den Vorschlag von der Leyens protestieren

Als Übersetzer nebenberuflich tätig

Freitag, 6. Januar 2012

Menschen, die eine Fremdsprache besonders gut beherrschen oder die eine zweite Muttersprache haben, kommen vielleicht auf die Idee, sich den einen oder anderen Euro dazuzuverdienen.
Dies ist als Freiberuflich nebenberuflich leicht möglich. Bis zu einer Grenze von 400 Euro im Monat muss dieser Nebenerwerb nicht einmal dem Finanzamt gegenüber angezeigt werden.

Dann genügt es, die Einnahmen auf der Steuererklärung auszuweisen, sie werden für die gesamte Besteuerung mit herangezogen.

Wer allerdings im Nebenerwerb mehr verdient, muss auch eine Nebenberuflichkeit beim Finanzamt anzeigen und bekommt dann eine Steuernummer zugewiesen.
Wer als Kleinunternehmer handeln möchte, muss keine Bilanzierung vornehmen, für ihn genügt die jährliche Einnahmen-Überschussrechnung. Für einen nebenberuflichen Übersetzer ist das meist die beste und einfachste Variante.

Kaum Einschränkungen für nebenberufliche Übersetzer

Als nebenberuflicher Übersetzer kann nicht nur arbeiten, wer sich momentan in einer festen Anstellung befindet, sondern auch ein Student, ein Rentner oder ein Arbeitsloser.

Wichtig ist dabei nur, dass die nötigen Stunden- und Zuverdienstgrenzen beachtet werden, damit es keine Einschränkungen oder höhere finanzielle Belastungen gibt. Wer aus der Arbeitslosigkeit heraus nebenberuflich tätig wird, kann unter bestimmten Umständen sogar den Gründungszuschuss beantragen, allerdings müssen dann mehr als 15 Stunden in der Woche für die Tätigkeit aufgebracht werden und es muss deutlich werden, dass auf lange Zeit gesehen damit das finanzielle Einkommen gesichert ist.

Der Weg aus der Arbeitslosigkeit muss damit möglich sein. Dennoch kann natürlich in Teilzeit gearbeitet werden – sind die Einnahmen hoch genug, ist das kein Problem. Der Businessplan muss dementsprechend ausgearbeitet werden. Nicht in jedem Fall wird allerdings der Fallmanager dem Wunsch nach einer nebenberuflichen Tätigkeit entsprechen und eher empfehlen, sich auf die Suche nach einem festen Job zu begeben.

Zahlreiche Übersetzer arbeiten nebenberuflich als Selbstständiger, eine Anmeldung beim Gewerbeamt ist daher nicht nötig.
Lediglich, wenn auch andere Tätigkeiten, wie etwas das Abschreiben von fremdsprachigen Texten, gegen Honorar vorgenommen werden, handelt es sich um eine selbstständige Tätigkeit, die wiederum beim Gewerbeamt angezeigt werden muss.

Rürup-Rente für Übersetzer

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Haben Sie als freiberuflicher Übersetzer einen Vertrag für die so genannte Rürup-Rente abgeschlossen, so sollten Sie sich über den Hinterbliebenenschutz Gedanken machen.

Denn das Geld, das in die Rürup-Rente eingezahlt wurde, verfällt bei einer fehlenden entsprechenden vertraglichen Vereinbarung und die Hinterbliebenen haben darauf keinen Zugriff.

In der Regel sind solche Vereinbarungen auch im Nachhinein noch in den Vertrag aufzunehmen, beispielsweise nach einer Heirat oder nach der Geburt eines Kindes.

Vereinbarungen für die Hinterbliebenen im Rürup-Vertrag mit aufnehmen

Verschiedene Möglichkeiten können hier in Betracht kommen. So können Sie Ihre Hinterbliebenen schützen, indem Sie die Fortzahlung der Rente bis zu einem bestimmten Datum vereinbaren.

Diese Vereinbarung kommt dann zum Tragen, wenn Sie selbst als Versicherter die Rente eben erst angetreten haben, dann aber sterben. Ihre Hinterbliebenen bekommen die Rente so also bis zu einem festen Zeitpunkt weitergezahlt.
Möglich ist auch die Regelung, dass die Hinterbliebenen die eingezahlten Beiträge im Todesfall des Versicherten ausgezahlt bekommen.

Hier wird die Auszahlung dann aber in der Regel auf die reinen Beiträge beschränkt, Förderungen und Zinsen werden nicht ausbezahlt. Fehlen diesbezügliche Vereinbarungen oder Regelungen, so gehen die Hinterbliebenen leer aus, die eingezahlten Beiträge sind aber ebenfalls verloren. Für versicherte Übersetzer, die eine Familie zu versorgen haben, ist die Aufnahme der Regelung also unverzichtbar.

Vermeiden sollten Sie aber einen Vertrag abzuschließen, der eine Rentenzahlung für die Hinterbliebenen vorsieht.
Dabei sind die Einbußen, die Sie als Selbstständiger bei Inanspruchnahme der Rürup-Rente in Kauf nehmen müssten, sehr hoch

Insolvenz als Übersetzer

Freitag, 2. Dezember 2011

Wer sich als freiberuflicher Übersetzer in der Insolvenz befindet, kann ein Problem damit bekommen, das Unternehmen weiterzuführen.
Wer sich für die Variante der Restschuldbefreiung entscheidet, muss viele Jahre lang eine Einschränkung seiner unternehmerischen Tätigkeit hinnehmen. Schon allein das Insolvenzverfahren dauert häufig ein Jahr oder sogar noch länger.
Insolvenz als Übersetzer

Daran schließt sich die Periode des Wohlverhalten für einige Jahre an. Erst danach kann das Geschäft wieder ohne Einschränkungen geführt werden, was teilweise ein erhebliches Problem darstellt. Kunden und Geschäftskontakte sind während dieser Zeit vielleicht schon zu anderen Anbietern gewechselt.

Der Insolvenzplan ermöglicht den weiteren Geschäftsbetrieb

Der Anwalt, der unbedingt zu Rate gezogen werden sollte, rät dann vielleicht zu einem Insolvenzplan, der günstigsten Falles bereits mit dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens bei Gericht eingereicht wird.

Auch die Freigabe des Geschäftsbetriebes ist eine Möglichkeit, sich weiter über Wasser zu halten.

Dabei kann der Unternehmer seiner wirtschaftlichen Tätigkeit weiter nachgehen, einen Gewinn erwirtschaften und diesen auch für sich verbuchen. Er muss lediglich regelmäßig feste Summen an die Gläubiger zahlen.

Im Prinzip ist dieses Verfahren mit einem Kredit vergleichbar, bei dem feste Raten gezahlt werden müssen. Irgendwann sind die Schulden wieder abgetragen und der Unternehmer ist kein Schuldner mehr.

Dies setzt allerdings das Einverständnis der Gläubiger voraus, was bei einem Insolvenzplan ebenfalls der Fall ist. Ein Insolvenzverwalter überwacht dann die Einhaltung der Zahlungen

Als Übersetzer in der Krise

Mittwoch, 23. November 2011

Als Übersetzer sind Sie vielleicht so erfolgreich gewesen, dass Sie sogar einen Mitarbeiter einstellen konnten – oder mehrere.

Doch nun befinden Sie sich als Freiberufler in einer Krise und müssen darüber nachdenken, was als erstes wie bezahlt werden kann oder soll.

Das ist nicht ganz einfach und früher oder später landen Sie sicherlich bei der Frage, wie tragbar denn der Mitarbeiter noch ist?

Übersetzer in der Krise

Wenn es sich um einen freien Mitarbeiter handelt, so ist das Problem nicht ganz so groß, dann werden einfach keine Aufträge mehr an ihn erteilt. Doch wenn es sich um eine festangestellten Mitarbeiter handelt, so kann die Sache schwieriger werden.

Mitarbeiter in Krise mit einbeziehen

Versuchen Sie von Anfang an, ihn in die Krise mit einzubeziehen, denn er bekommt sie ohnehin mit. Das Vertrauensverhältnis kann einen argen Knacks bekommen, wenn Sie versuchen, die Schwierigkeiten herunterzuspielen oder zu verheimlichen.

Schließlich können Sie nicht immer als erstes am Telefon sein und wenn ein aufgebrachter Lieferant anruft, dem Sie noch Geld schulden, fällt das ganze Lügengerüst in sich zusammen.

Es kann letzten Endes dazu kommen, dass Sie dem Mitarbeiter kündigen müssen. Gehen Sie dabei behutsam vor und versuchen, eine gemeinsame Lösung in Bezug auf den Ausgleich eventueller Überstunden zu finden.
Sollen Sie in Freizeit oder in Geld ausgeglichen werden?

Bei einer Mitarbeiterkündigung ist ein positives Zeugnis aufzustellen

Denken Sie auch daran, dass Sie verpflichtet sind, ein positives Zeugnis für den Mitarbeiter auszustellen.

Versuchen Sie, in jedem Punkt eine friedliche Lösung zu finden, denn ein aufgebrachter ehemaliger Mitarbeiter kann ein sehr unangenehmer Zeitgenosse werden, wenn er versucht, seine Rechte gerichtlich durchzusetzen – ob er tatsächlich im Recht ist oder nicht, spielt dabei erst einmal keine Rolle.

Denn Sie haben als freiberuflicher Übersetzer durch Ihre Krise genug um die Ohren und sollten sich nicht noch um solche Dinge kümmern müssen

Coworking für Übersetzer sinnvoll?

Samstag, 30. April 2011

Übersetzer können von den so genannten Coworking Days profitieren, an denen in regelmäßigen Abständen zum gemeinsamen Arbeiten aufgerufen wird.
Organisiert werden diese Treffen von Initiativen, die versuchen, das Coworking als Arbeitsmethode zu etablieren.
Es richtet sich vor allem an Freiberufler, aber auch Selbstständige sind gern gesehen.
Jeder kann mitmachen, ein Muss steckt aber nicht dahinter.



Wer am Anfang seiner beruflichen Karriere steht, für den kann das Coworking als Freiberufler in den so genannten Coworking Spaces eine interessante Alternative sein.

Sie wollen sich als Übersetzer selbstständig machen und haben aber noch nicht ausreichend viele Aufträge in der Hinterhand, damit Sie auch Ihren Lebensunterhalt bestreiten können?

Sie müssen kein eigenes Büro eröffnen, Sie können auch erst einmal eines im Coworking Space mieten.

Hier können Sie in aller Ruhe Ihre Geschäftsidee entwerfen und Ausschau nach Kunden halten.
Synergieeffekte entstehen ebenfalls und teilweise können Aufträge schon allein aus der Nähe zu anderen Freiberuflern entstehen.

Sie lernen hier viele Freiberufler aus unterschiedlichen Bereichen kennen und es kann sein, dass Sie Ihnen unter die Arme greifen können oder eben umgekehrt. Auf jeden Fall können alle Teilnehmer davon profitieren. Als Ansporn kann auch wirken, wenn jemand wieder einmal lautstark verkündet, dass er einen neuen Auftrag an Land gezogen hat.

Andere Coworker strengen sich dann ebenfalls mehr an.
So wurde schon berichtet, dass die Produktivität durch das Coworking um bis zu 40 Prozent steigen kann.
Das muss natürlich nicht immer der Fall sein, aber es besteht zumindest die Möglichkeit dafür.

Wechsel der Krankenkasse vorteilhaft?

Freitag, 10. Dezember 2010



Wer als Übersetzer in die Selbstständigkeit startet, hat die Wahl zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung und der privaten Krankenversicherung.

Doch der Wechsel von der GK V hin zur PKV will gut durchdacht sein.

Wer gesund ist, dürfte keinerlei Probleme damit haben, einen Anbieter zu finden, der ihn versichert. Die niedrigen Beiträge locken vor allem Alleinstehende und Männer.
Frauen zahlen einen ungleich höheren Beitrag – sie könnten schließlich schwanger werden und damit hohe Kosten verursachen.

Außerdem werden Frauen älter und kosten die Versicherung schon allein dadurch mehr.

Der Wechsel lohnt sich nicht für jemanden, der Nachwuchs zu Hause hat, denn eine Familienversicherung ist in der privaten Krankenversicherung nicht vorgesehen.
Jedes Kind muss mit einer eigenen Police abgesichert werden. Liegen Vorerkrankungen vor, ist der Wechsel ebenfalls nicht anzuraten, denn dann werden Risikozuschläge erhoben oder es werden Leistungen sogar gänzlich ausgeschlossen.

Um Geld zu sparen, kann ein Tarif mit einem hohen Selbstbehalt gewählt werden. Das ist vor allem für diejenigen lohnend, die sehr selten zum Arzt gehen.

Allerdings schützt sie das natürlich nicht vor einer Erhöhung der Beiträge, auch wenn die monatlichen Prämien deutlich unter denen ohne Selbstbehalt liegen. Wer dann wieder in einen Tarif mit geringerem Selbstbehalt wechseln möchte, muss meist eine Gesundheitsprüfung über sich ergehen lassen.

Der Wechsel in die private Krankenversicherung scheint angesichts der zu vereinbarenden besseren medizinischen Versorgung teilweise durchaus sinnvoll.

Auch, wenn wieder einmal bekannt wird, dass die gesetzlichen Krankenversicherungen  die Beiträge anheben möchte.

Doch davor sind auch die Mitglieder der privaten Krankenversicherung nicht geschützt, denn wenn die Versicherung höhere Kosten kompensieren muss, wird auch sie die Beiträge anheben. Sicher kann der Versicherte dann auch zu einem anderen Anbieter wechseln, doch sinnvoll ist das meist nicht.

Die Altersrückstellungen können entweder gar nicht (bei Verträgen bis 2009) oder nur zum Teil (bei Verträgen ab 2009) mitgenommen werden. Die Folge ist, dass diese verloren sind und neu eingezahlt werden müssen, was wiederum mit erhöhten Prämien verbunden ist.

Der Wechsel in die private Krankenversicherung ist für den Freiberufler häufig eine Entscheidung fürs Leben, die nur schwer bis gar nicht wieder rückgängig gemacht werden kann. Wer das 55. Lebensjahr überschritten hat, kann gar nicht mehr in die gesetzliche Krankenversicherung  als Freiberufler zurückkehren.