Artikel-Schlagworte: „Bundesgerichtshof“

Honorar für Literaturübesetzer

Donnerstag, 17. März 2011

Immer wieder gibt es Streit, wenn es um das angemessene Honorar für einen Literaturübersetzer geht, der an einem belletristischen Werk oder einem Sachbuch beteiligt ist.

Sicher, es wird ein festes Honorar vereinbart, welches als Garantiehonorar auch tatsächlich ausgezahlt werden muss.

Das ist unabhängig davon, wie viele Exemplare des Buches verkauft werden und wie hoch der Preis ist, den ein Kunde im Laden für das Werk zahlen muss.

Nun sind die Übersetzer aber schon seit vielen Jahren mit dieser Regelung nicht einverstanden gewesen und haben teilweise auch dagegen geklagt.

Der Bundesgerichtshof hat nun endgültig entschieden, dass auch ein Übersetzer an den Erlösen eines Buches beteiligt werden muss. Dies gilt aber nur in angemessener Höhe.

Das heißt, der Übersetzer bekommt 0,8 Prozent bei einer Verwertung als Hardcoverausgabe und 0,4 Prozent bei der zweiten Verwertung des Werkes als Taschenbuch. Diese Werte sind Richtwerte und können durchaus auch über- oder unterschritten werden. Dies ist aber nur dann möglich, wenn auch ihr Honorar nicht üblich war, also höher oder niedriger – und das deutlich – als normalerweise vereinbart wird. Als Basis für die Berechnung dieser Prozentsätze gilt der Verkaufspreis, der netto im Laden erzielt wird.

Außerdem gibt es noch eine Bedingung, die bedacht werden muss:
Das zusätzliche Honorar bekommt der Übersetzer nur, wenn die Auflage der Bücher mehr als 5000 Stück beträgt, beziehungsweise, wenn mehr als 5000 Stück verkauft wurden.

Darüber hinaus kann er ein Honorar beanspruchen, wenn der Verlag Dritten Rechte zur Verwertung einräumt und wenn auch der Autor an diesen Rechten beteiligt wird. Hier kann dem Übersetzer maximal ein Fünftel des Betrages, den der Autor bekommt, zugestanden werden.