Archiv für Dezember 2012

Die Preisliste des Übersetzers

Montag, 31. Dezember 2012

Übersetzer sind in der Position, dass sie den Preis für ihre Tätigkeit mit dem Kunden frei vereinbaren können.

Es gibt zwar Empfehlungen seitens des BDÜ, wie hoch das Honorar ungefähr sein sollte.

Doch dabei handelt es sich eher um Richtlinien und nicht um feste Vorgaben.
Das heißt, dass hier eigene Berechnungen nötig sind. Bedenken Sie dabei Ihren eigenen Aufwand, der von Auftrag zu Auftrag unterschiedlich sein kann.

Versuchen Sie, eine Preisliste zu erstellen, die allgemeine Honorare erfasst. Für einen besonders hohen Aufwand werden Zuschläge erhoben.

Das kann beispielsweise bei einem Fachtext der Fall sein, der aufgrund der verwendeten Terminologie deutlich schwerer zu übersetzen ist, als ein normaler Text.

Strategien bei der Preisfindung

Suchen Sie nach relevanten Kosten, die für die Preisbestimmung herangezogen werden können. Darauf aufgerechnet wird ein Gewinn, der prozentual berechnet wird und der individuell verschieden ausfallen kann.

Daraus ergibt sich ein Umsatzziel, welches monatlich erreicht werden soll plus der Gewinnmarge. Daraus wiederum lassen sich Stunden- und Tagessätze bilden.

Im Gegensatz zur eben beschriebenen kostenorientierten Honorarfindung gibt es noch die nachfrageorientierte Variante. Hier bildet der Kunde selbst die Grundlage für das Honorar.

In Preisverhandlungen kann dann ein Preis vereinbart werden. Ob sich mit diesem allerdings ein Gewinn erzielen lässt oder nicht, können Sie nur herausfinden, wenn Sie die tatsächlichen Kosten gegenüberstellen.

Zuletzt sei die konkurrenzbestimmte Preisfindung genannt.

Dabei spielen, wie der Name schon sagt, die Preise der Konkurrenz eine Rolle. Orientieren Sie sich an diesen, kopieren Sie sie aber nicht. Der Preisführer auf dem Markt ist hier das A und O.

Immer wichtig: Die eigene Kalkulation

Egal, auf welche Weise Sie Ihren Preis bestimmen, die eigene Kalkulation spielt immer die wichtigste Rolle dabei. Bedenken Sie Ihre eigenen Kosten und nehmen diese als Grundlage, auch wenn die Empfehlungen des Branchenverbands vielleicht darunter liegen.

Sie wollen doch nicht am Ende draufzahlen, oder? Vielleicht finden Sie auch heraus, dass Sie sich neu positionieren müssen und dass Sie ein anderes Betätigungsfeld brauchen.
Eventuell müssen Sie neue Kompetenzen erwerben, die Ihnen auf dem Weg hin zu einem besseren Dienstleistungsangebot als Übersetzer helfen. Dann können Sie auch wieder höhere Preise verlangen, schließlich sind Sie ja auf einem Gebiet ein Spezialist.

Kleinunternehmer-Regelung für Übersetzer

Freitag, 7. Dezember 2012

Jeder, der sich beim Finanzamt mit seiner freiberuflichen Übersetzertätigkeit anmeldet, wird mit der Frage nach der Inanspruchnahme der Kleinunternehmerregelung konfrontiert.

Diese besagt nichts anderes, als dass im Jahr der Gründung nicht mehr als 17.500 Euro als Umsatz verbucht werden dürfen und im Jahr darauf nicht mehr als 50.000 Euro.
Werden diese Grenzen überschritten, so wird automatisch die Umsatzsteuerpflicht fällig und die Vereinfachung, die durch die Kleinunternehmerregelung erst möglich wird, ist dahin.

Wann ist die Kleinunternehmerregelung sinnvoll?

Die Kleinunternehmerregelung ist für jeden sinnvoll, der kaum Betriebsausgaben auszuweisen hat und der überwiegend an Privatkunden verkauft.
Wird eine Leistung gegenüber einem anderen Unternehmer erbracht, kann die Umsatzsteuerausweisung sinnvoller sein, denn diese Steuer bedeutet für jedes Unternehmen nur einen Durchlaufposten.

Werden jedoch eigene Investitionen getätigt, so ist die Steuer kein bloßer Durchlaufposten mehr, sondern hier kann die selbst gezahlte Vorsteuer vor der Abführung der Steuer an das Finanzamt abgezogen werden. Die Steuerpflicht wird damit verringert.

Der Kleinunternehmer muss die Umsatzsteuer auch auf seinen Rechnungen nicht angeben. Kann er seine Übersetzungsleistung zu dem gleichen Preis verkaufen, wie sie inklusive der Mehrwertsteuer betragen würde, dann ist sogar der Gewinn noch um einiges höher.

Der Wettbewerb

Viele Übersetzer richten sich mit der Kleinunternehmerregelung nach dem Wettbewerb. Wenn dieser nämlich regelmäßig die Umsatzsteuer ausweist, dann ist es nicht sinnvoll, selbst darauf zu verzichten.

Zu groß ist die Skepsis vieler Kunden, die dann eher zur Konkurrenz wechseln – „bei der scheinbar alles seine Richtigkeit hat“. Es lohnt sich also durchaus, einen Blick auf die Mitbewerber zu werfen. Das gilt auch dann, wenn die Umsatzsteuer nicht ausgewiesen werden soll.

Der eigene Preis kann dem des Wettbewerbs in etwa entsprechen oder noch leicht darunter liegen, dennoch ist der Gewinn höher.

Der Grund ist hierbei ganz einfach der, dass eben keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abgeführt werden muss und die Einnahmen nahezu gleichzusetzen sind mit dem Gewinn.

Immer unter der Voraussetzung allerdings, dass kaum Anschaffungen fällig werden. Ob diese nötig werden oder nicht, muss jeder Übersetzer selbst einschätzen