Altersvorsorgepflicht für freie Übersetzer

In Deutschland gibt es immer mehr Freiberufler und Selbstständige.

Einen Teil dieser Erwerbstätigen machen die freien Übersetzer aus. Diese sollen nach Plänen der Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen dazu gezwungen werden, für die eigene Altersvorsorge etwas zu tun.

Betroffener Personenkreis

Freiberufler – also auch die freien Übersetzer – sollen ab Mitte 2013 dazu verpflichtet werden, in die Altersvorsorge zu investieren.

Dies gilt allerdings nicht uneingeschränkt. Wer zu dem Zeitpunkt seine Freiberuflichkeit erst startet, muss in die Vorsorge zahlen. Wer zu diesem Zeitpunkt noch unter 30 Jahre alt ist, ebenfalls. Wer aber zwischen 30 und 50 Jahre ist, kann mit einer eingeschränkten Vorsorgepflicht rechnen, wer noch älter ist, den trifft die Regelung gar nicht. Auch diejenigen, die über die Künstlersozialkasse versichert sind, sind von der Pflicht zur Altersvorsorge ausgenommen.

Positives und negatives zur Altersvorsorgepflicht

Als positiv ist an diesen Plänen natürlich zu werten, dass die Altersarmut damit bekämpft werden soll. Das bedeutet, dass diejenigen, die bislang keinen Gedanken an die Vorsorge verschwendet haben und immer davon ausgegangen sind, dass sich schon alles regeln würde, dazu gezwungen werden, selbst etwas zu tun.

Allerdings trifft das in erster Linie Berufsanfänger und junge Menschen, die in die Freiberuflichkeit starten. Sie werden damit erheblich finanziell belastet. Kritisch wird überdies gesehen, dass der privaten Vorsorge Vorschub geleistet wird, die gesetzliche Rentenversicherung trägt sich immer weniger.

Klar, denn wer privat vorsorgt, nimmt die ohnehin meist höheren Beiträge in der gesetzlichen Versicherung nicht in Kauf.

Negativ ist auch anzusehen, dass eine Rente oberhalb der Grundsicherung angedacht ist. Das heißt, dass mindestens 700 Euro pro Monat als Rente dabei herauskommen müssen. Für die Versicherten heißt das aber, dass sie jetzt wenigstens 250 Euro in die Rentenversicherung einzahlen müssen.

Dazu kommen noch einmal 100 Euro als Erwerbsminderungsrente. Da fragen sich viele freie Übersetzer: Woher nehmen und nicht stehlen?

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