Archiv für März 2012

Altersvorsorgepflicht für freie Übersetzer

Montag, 26. März 2012

In Deutschland gibt es immer mehr Freiberufler und Selbstständige.

Einen Teil dieser Erwerbstätigen machen die freien Übersetzer aus. Diese sollen nach Plänen der Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen dazu gezwungen werden, für die eigene Altersvorsorge etwas zu tun.

Betroffener Personenkreis

Freiberufler – also auch die freien Übersetzer – sollen ab Mitte 2013 dazu verpflichtet werden, in die Altersvorsorge zu investieren.

Dies gilt allerdings nicht uneingeschränkt. Wer zu dem Zeitpunkt seine Freiberuflichkeit erst startet, muss in die Vorsorge zahlen. Wer zu diesem Zeitpunkt noch unter 30 Jahre alt ist, ebenfalls. Wer aber zwischen 30 und 50 Jahre ist, kann mit einer eingeschränkten Vorsorgepflicht rechnen, wer noch älter ist, den trifft die Regelung gar nicht. Auch diejenigen, die über die Künstlersozialkasse versichert sind, sind von der Pflicht zur Altersvorsorge ausgenommen.

Positives und negatives zur Altersvorsorgepflicht

Als positiv ist an diesen Plänen natürlich zu werten, dass die Altersarmut damit bekämpft werden soll. Das bedeutet, dass diejenigen, die bislang keinen Gedanken an die Vorsorge verschwendet haben und immer davon ausgegangen sind, dass sich schon alles regeln würde, dazu gezwungen werden, selbst etwas zu tun.

Allerdings trifft das in erster Linie Berufsanfänger und junge Menschen, die in die Freiberuflichkeit starten. Sie werden damit erheblich finanziell belastet. Kritisch wird überdies gesehen, dass der privaten Vorsorge Vorschub geleistet wird, die gesetzliche Rentenversicherung trägt sich immer weniger.

Klar, denn wer privat vorsorgt, nimmt die ohnehin meist höheren Beiträge in der gesetzlichen Versicherung nicht in Kauf.

Negativ ist auch anzusehen, dass eine Rente oberhalb der Grundsicherung angedacht ist. Das heißt, dass mindestens 700 Euro pro Monat als Rente dabei herauskommen müssen. Für die Versicherten heißt das aber, dass sie jetzt wenigstens 250 Euro in die Rentenversicherung einzahlen müssen.

Dazu kommen noch einmal 100 Euro als Erwerbsminderungsrente. Da fragen sich viele freie Übersetzer: Woher nehmen und nicht stehlen?

Durchziehen oder Straucheln – Ihre Tätigkeit als Übersetzer

Montag, 19. März 2012

Wer als Übersetzer richtig gut ist, wird sich über neue Aufträge keine Sorgen machen brauchen – denken viele, die in diesem Job tätig sind.
Doch leider ist das nicht ganz so einfach und häufig ist es sogar so, dass auch Übersetzer ums Überleben kämpfen müssen.

Wenn auch Sie vor der Frage stehen, ob Sie kurz vor dem Straucheln stehen oder ob Sie sich durchbeißen wollen, sollten Sie einige Dinge gezielt angehen und hinterfragen.
Wie sieht es zum Beispiel mit der Positionierung am Markt aus?

Das eigene Angebot

Bieten Sie mehrere Tätigkeiten an oder lohnt es sich, zusätzliche Kompetenzen zu erwerben?
Gerade bei einem Übersetzer kann es sein, dass der Kunde eben nicht nur die reine Übersetzung eines Textes wünscht.
Vielleicht soll der Text auch gleich noch Korrektur gelesen werden oder es handelt sich um einen speziellen Fachtext.

Dann kann Fachwissen, beispielsweise aus der Physik oder aus dem Maschinenbau, durchaus hilfreich sein. Nicht umsonst arbeiten viele Quereinsteiger als Übersetzer.
Sie haben ein größeres Portfolio. Hüten Sie sich allerdings davor, zu einem „Allesanbieter“ zu werden. Der Kundenkreis wird kleiner werden, wenn Sie keinerlei Spezialisierung oder einen Schwerpunkt aufweisen können.

Aufwand vs. Nutzen

Verzetteln Sie sich nicht bei Tätigkeiten, die Ihnen nichts bringen oder die Ihnen nicht liegen.
Nehmen Sie nur Aufträge an, die mit einem normalen Maß an Aufwand verbunden sind.
Natürlich kann es auch sein, dass manche Aufträge weitere Aufträge nach sich ziehen, die dann lukrativ sind oder die Ihr Image auf dem Markt stärken. Wägen Sie hierbei gut ab. Es lohnt sich jedoch nicht, auf Verdacht alle Aufträge anzunehmen, egal, wie hoch der Arbeitsaufwand und wie gering die Vergütung sind.

Achten Sie auch darauf, ob im Alltagsgeschehen die Freude an der eigenen Arbeit noch vorhanden ist.
Schon vielen Übersetzern ist es passiert, dass sie keinen Spaß mehr hatten. Doch gerade dieser zählt zu dem Stückchen Freiheit, welches Sie sich durch Ihre freiberufliche Tätigkeit erkämpft haben.

Versuchen Sie, sich im Alltag wieder Freiräume zu schaffen, denn oft straucheln Übersetzer aus dem Grund, weil sie keinen Spaß mehr an der Sache haben.
Vielleicht gibt es besondere Projekte, die Sie gern verfolgen möchten? Versuchen Sie, sich die Zeit dafür zu nehmen.