Parallelität der Urkundenübersetzung

Die Urkunde muss nach ihrer Übersetzung als eine Art Parallel zum Original erscheinen, das heißt, sie muss unter anderem hinsichtlich der Gliederung und dem Layout genau dem Original entsprechen. Ausgenommen sind dabei aber das Papierformat, die Farbe des Papiers, die Typographie (es ist daher egal, ob die Urkunde in der Zielsprache in maschinen- oder handschriftlicher Form vorliegt), der Druck und auch solche Dinge, wie zum Beispiel Schutzhüllen, die der Notar verwendet.

Sind im Original Stellen zu finden, die zwar durchgestrichen, aber immer noch lesbar sind, so müssen auch diese in der neuen Urkunde erscheinen.
Auch Siegel und andere Textstempel müssen an richtiger Stelle vermerkt und übersetzt werden. Dies gilt auch für sämtliche Anmerkungen und Einträge, die sich auf Leerstellen beziehen.

Jede Übersetzung einer Urkunde muss vom Urkundenübersetzer als solche deutlich hervorgehoben werden.
Sie muss also stets klar vom Original zu unterscheiden sein, was möglichen Fehlinterpretationen vorbeugen soll. Am leichtesten lässt sich dies verdeutlichen, wenn Original und Übersetzung in einem einzigen Schriftstück miteinander verbunden werden, also zum Beispiel das Original in der linken Textspalte platziert wird, die Übersetzung auf der rechten. Diese Form wird häufig auch als Parallelfassung bezeichnet. Untereinander muss dies aber geschehen, wenn aus Platzgründen die Form nebeneinander nicht durchführbar ist, was zum Beispiel bei mehrsprachigen Übersetzungen der Fall sein kann.

Im rechtsstaatlichen Verkehr ist es so, dass der übersetzte Text niemals das Original ersetzen kann, eine Verwendung beider Texte ist immer nötig.

Es gilt hier das Prinzip der so genannten Untrennbarkeit. Dennoch muss es stets möglich sein, Original und Übersetzung eindeutig als solche zu identifizieren, daher auch die oben beschriebene Möglichkeit der Zusammenfassung beider Versionen in einem Schriftstück.
Urkundenübersetzer müssen damit vom Landgericht beeidigte Übersetzer sein.

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